• In der aktuellen Projektphase des Berliner Netzwerks für Ausbildung stehen 1.000 Schülerplätze zur Verfügung
  • Fast 10.000 Schüler/-innen haben seit Projektbeginn 2004 am Berliner Netzwerk für Ausbildung teilgenommen.
  • Nahezu 3.900 Schüler/-innen haben seit Projektbeginn durch die Unterstützung des BNA eine Ausbildung begonnen.

Info-Veranstaltung im Restaurant Auster

geschrieben am 16. Januar 2008 von IT Support

„Letztlich geht es neben dem Kulinarischem auch um die Show“

Restaurant AusterGastronomie bedeutet heutzutage in erster Linie Erlebnisgastronomie, will ein Restaurant konkurrenzfähig sein. Die Gäste wollen nicht nur kulinarisch nach allen Regeln der Kunst verwöhnt werden, sondern Servicekräfte müssen ebenso wie Köche in der Lage sein, im direkten Kontakt zum Gast Erlebnisse zu schaffen. „Wir arbeiten letztlich immer auf einer Showbühne und die Arbeit ist hart und anspruchsvoll“, konstatiert der Küchenchef des Restaurants Auster im Haus der Kulturen der Welt Bernd Risau.

Auch in der Gastronomie sind die Ansprüche an Auszubildende in den letzten Jahren sehr gestiegen, wie er glaubhaft versicherte. Das gesamte Auftreten eines jeden Mitarbeiters muss stimmen, denn es trägt zum Gesamterleben bei. Erstklassige Umgangsformen, sicheres Auftreten und ein korrektes Erscheinungsbild seien in der Gastronomie unumgänglich, so Risau.

So gilt es also nicht nur, die üblichen schulischen Anforderungen zu erfüllen; dass man ein Rezept für 20 Personen schnell und vor allem richtig auf eines für 65 Personen umrechnen kann, gilt hier als selbstverständlich. Bunt gefärbte Haare, auffällige Piercings oder nicht versteckbare Tätowierungen sind absolutes „no go“. Man solle sich zwar nicht verkleiden, aber ein einwandfreies Auftreten ist eine Grundvoraussetzung.

Auch müsse man sich darüber im Klaren sein, dass man einige Unannehmlichkeiten in Kauf nehmen muss. Zunächst wäre da der von Stress und Erfolgsdruck geprägte Umgangston in der Küche, der einem stets eine unmittelbare Rückmeldung auf die eigene Leistung gibt. Außer-dem haben Köche immer gerade dann am meisten zu tun, wenn alle anderen Feierabend oder frei haben und feiern wollen; Wochenend- und Nachtarbeit sind gang und gäbe – weshalb in den meisten Ausbildungsbetrieben auch erst ab 18 Jahren eingestellt wird.

Da Herr Risau seinen Ausführungen stets durch Anekdoten aus dem eigenen Berufsleben Farbe verlieh, hingen die 40 Netzwerkschüler gebannt an seinen Lippen. Als einige ihre Chancen allmählich schwinden sahen, ermutigte er sie allerdings noch einmal getreu dem Motto: Wo ein Wille ist, da ist auch eine Lehrstelle! Wichtig ist es dabei, deutlich zu machen, dass man die Lehrstelle auch wirklich haben will und an dem Beruf ehrlich interessiert ist. Dies zeigt man unter anderem durch freiwillige Praktika in den Ferien, einen seriösen und gut vorbereiteten Auftritt im Bewerbungsprozess und schließlich durch eine gute Portion Selbstbewusstsein und Beharrlichkeit. Auf diese Weise lassen sich einzelne Noten oder auch kleinere körperliche Einschränkungen im Gesamteindruck ohne weiteres ausgleichen.

Also: „Geht nicht, gibt’s nicht!“